Interview w/ Peter Klien

Dank seiner Interviews als merkwürdiger Reporter für Willkommen Österreich kennt ihn das halbe Land: Peter Klien. Ich habe ihn vor seinem Auftritt im Rabenhof zum Interview getroffen.

Thomas: Sie spielen in Floridsdorf in einer Bibliothekaren-Fußball-Mannschaft, sind Rapidler und außerdem Fan des ÖFB. Ihnen bleibt gar nichts anderes über, als Satiriker zu sein, oder?

Peter Klien: Das ist eine gute Frage! Beim ÖFB eigentlich nicht, bei Rapid muss man sagen, hat es ja sehr gute Zeiten auch schon gegeben. Die letzten Jahre ist es ein bisschen schwierig geworden, aber das wird ja schon wieder werden. Übern ÖFB hab ich einmal die ganze Hälfte von einem Kabarettprogramm gefüllt.

Thomas: Glauben Sie wollen viele Politiker mit Ihnen nicht reden, weil sie sich zu gut für ihre Interview sind oder weil sie einfach keinen Humor haben?

Peter Klien: Ich glaube, dass sich viele davor fürchten einfach nicht schlagfertig genug zu sein, was Besseres gibt es ja nicht zu tun. Spaß beiseite, viele trauen sich einfach nicht zu auf dich doch recht gefinkelten Fragen schnell zu reagieren.

Thomas: Auf der anderen Seite kommen ja immer mehr Leute auf Sie zu bzw. werden einfach gerne von Ihnen interviewt, weil sie sich als der sympathische Politiker von nebenan der einen Schmäh hat profilieren wollen, Herbert Kickl und Co. jetzt einmal ausgeschlossen. Wie gehen Sie damit um?

Peter Klien: Das ist allerdings eine Herausforderung, die jetzt immer größer geworden ist, weil ich mittlerweile durchwegs bekannt bin. Da geht es jetzt drum, dass man sich nicht vereinnahmen lässt, also nicht auf eine einfache Kumpelei oder ein Schulterklopfen und „haha“ wie lustig sind wir nicht einsteigt, sondern beinhart das eigene Programm weiterfährt.

Thomas: Würden Sie lieber ein Interview mit Sebastian Kurz oder, als Fußballfan, mit Marko Arnautovic führen?

Peter Klien: *lacht* Super Frage! Beide gleich viel würd ich einmal sagen, aber beide sehr gerne.

Thomas: Jetzt haben Sie ja mittlerweile das Problem, dass halb Österreich ihr Gesicht kennt, bei Politikern fast alle. Müssen Sie in ein paar Jahren ihre Waffen als Guerillareporter niederlegen?

Peter Klien: Das glaube ich eigentlich nicht, weil man hat ja bei der Sendung zu den Nationalratswahlen gesehen, dass die Sendung trotz Bekanntheit durchwegs lustig geworden sind. Da ist der Charakter der Interviews aus meiner Sicht ganz einfach ein wenig anders, weil die Leute ja jetzt eben auf Kumpelei aus sind oder auch versuchen wegzulaufen, was aus meiner Sicht sehr schön ist. *schmunzelt* Es bleibt lustig, so hoffe ich zumindest!

Thomas: Schreiben Sie Ihre Fragen alle selbst?

Peter Klien: Zum größten Teil. Es ist so, dass ich da eine ganze Menge vorbereite und das gehe ich dann mit zwei Kollegen durch, dem Redaktionsleiter von Willkommen Österreich und dem Gestalter der Beiträge.

Thomas: Wie ists dazu gekommen, dass sie vom Autor bei Willkommen Österreich auch zum Reporter wurden?

Peter Klien: Das hat sich dadurch ergeben, dass die Redaktion von Willkommen Österreich nach neuen Zuspielerbeiträgen für die Sendung Ausschau gehalten hat. Da war es einfach Zeit was Neues für die Sendung zu finden. Ich hab schon vorher einmal mich gemeldet an so etwas Interesse zu haben und dann haben wir überlegt was wir machen können. Das war zur Zeit der Bundespräsidentschaftswahlen und damit ist das auf der Hand gelegen und so haben wir ausprobiert ob das mit einem merkwürdigen, leicht verrückten Reporter funktioniert. Nachdem das dann so eingeschlagen ist, bin ich einfach dabei geblieben.

Thomas: Welchen Beruf haben Sie mehr genossen: Briefträger oder Bergbauer?

Peter Klien: Bergbauer war zweifellos das Anstrengendste was ich in meinem ganzen Leben gearbeitet hab, also von dem her war der Briefträger sicher der größere Genuss, weil man skurrile Menschen trifft und da rede ich jetzt nicht nur von den Kollegen im Postamt. Man lernt da einfach die Stadt kennen, deswegen war Briefträger auch eine sehr schöne Erfahrung!

Thomas: Sie gehen herum und fragen Leute irre Sachen, sind sie der österreichische Sokrates?

Peter Klien: Gut Beobachtet! Es ist kein Zweifel daran, da ich Philosophie studiert habe und das auch sehr ernsthaft betrieben hab, wobei ich jetzt kaum noch zu guter Lektüre komme, dass mich Platon und Sokrates in dem was ich tue sehr geprägt haben, auch wenn man es auf den ersten Blick vielleicht nicht erkennt.

 


Dieser Artikel ist als Radiointerview auf „Ö1 Campus“ erschienen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.